Neues Unterhaltsrecht

Druckoptimierte VersionEinem Freund sendenPDF-VersionEs soll eine neue Regelung geben beim Unterhaltsrecht, welches die Frauen schon wieder schlechter stellt. Daher die Bitte an alle Frauen "Druck aufzubauen, damit die Bundeskanzlerin diese Neuregelung des Unterhaltgesetzes verhindert". Den unten angeführten Brief, kann so übernommen werden und an die Bundeskanzlerin geschickt werden. Ihre E-Mail-Adresse lautet: internetpost@bpa.bund.de Eine Aktion von frauen-macht-druck.com

zum neuen Unterhaltsgesetz

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

das neue Unterhaltsgesetz setzt auf die Eigenverantwortung der Frau
und trägt Rechnung, dass ein Großteil der Ehen geschieden wird. Es ist
die Antwort auf eine neue Familienwelt, in der die Hausfrauenehe
abgeschafft wird. Das Einkommen der meisten geschiedenen Männer reicht
nicht aus, um Unterhaltsansprüche der Frauen zu erfüllen,
schätzungsweise werden 90% der Frauen im Falle einer Scheidung leer
ausgehen. Es droht  die Gefahr, dass das neue Unterhaltsrecht in einem
Befreiungsschlag für die Männer ausartet, denn die Männer werden
entlastet, die Mütter schlechter gestellt.

Das neue Unterhaltsgesetz, das Kindern den Vorrang gibt, ist
sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, doch der Schritt wurde
zu früh getan. Das neue Gesetz wurde rechtsgültig, obwohl eine
lückenlose Kinderbetreuung in allen Altersstufen keineswegs
gewährleistet ist. Die Kinderbetreung und das Ganztagsschulsystem in
Deutschland ist so mangelhaft, dass Frauen immer noch vor die
Entscheidung Kinder oder Vollzeitbeschäftigung gestellt werden. Eine
Teilzeitbeschäftigung können sich Frauen, besonders mit Blick auf ihre
Rente nicht mehr leisten.

Im Rahmen der Aktion “frauen-macht-druck.com” fordern wir eine
lückenlose, ganztägige Kinderbetreuung und Ganztagsschulen in allen
Bundesländern. Desweiteren müssen dem neuen Unterhaltsgesetz
Chancengleichheitsgesetze für eine frauen- und familienfreundlichere
Politik in den Unternehmen folgen. Nur wenn Frauen gleichen Lohn und
gleiche Chancen haben, werden sie die verlangte finanzielle
Verantwortung für die Kinder mittragen können.
Es kann nicht sein, dass einerseits die Eigenverantwortung gefragt
wird, andererseits aber die nötigen Rahmenbedingungen dafür nicht
geschaffen werden.

Wir wünschen Ihnen viel Kraft, die Unausgewogenheiten in der Frauen-
und Familienpolitik zu bekämpfen.

Mit freundlichen Grüßen